Die Zielgruppe des Städtetourismus

In City Tourism & Culture, einer Studie zum Tourismus in Europäischen Städten mit kulturellen Motiven aus dem Jahre 2005, die von der European Travel Commission 1 und der World Tourism Organization 2 in Auftrag gegeben wurde, heißt es unter anderem:

„Visitors tend to be predominantly female, highly educated with professional of managerial occupations and relatively high incomes“
„Cultural tourism in cities is an activity followed by all age groups, with the peak age group in terms of participation between 20 and 30“
„Culture is the single most important motivation for city trips […]“ European Travel Commission: City Tourism & Culture: The European Experience, S. VII-VIII 3

Eine genauere Aufschlüsselung des Alters aller befragten Touristen zeigt folgende Verteilung:

Alter unter 15 16-19 20-29 30-39 40-59 50-59 über 60
Zielgruppe: Das Alter der am Städtetourismus interessierten Personen 3
Anteil 0% 5% 24% 19% 20% 16% 15%

Der Städtetourismus an sich ist also vor allem für Personen ab einem Alter von 20 Jahren von Interesse. Eine weitere bedeutende Aussage betrifft die Interessenschwerpunkte der befragten Personen:

„The most important reasons for all visitors tend to be learning about history and culture and enjoying the atmosphere of a place. There are relatively few differences between visitor groups, but older visitors do tend to be more motivated to learn about local history and culture than younger visitors. Those in the 30-49 age group are more motivated by entertainment.”European Travel Commission: City Tourism & Culture: The European Experience, S. 23 3

Allgemein gilt es bei der Konzeption eines Guides also neben Geschichte und Kultur auch die Atmosphäre, die die jeweilige Umgebung ausstrahlt, zu berücksichtigen und diese möglichst mit einfließen zu lassen. Möchte man erreichen, dass der zu entwickelnde Guide für ein jüngeres Publikum ansprechend ist, ist es wichtig bei der Umsetzung Akzente bei interaktiven und multimedialen Funktionen zu setzen und Inhalte entsprechend aufzubereiten. Dies stützt das zuvor definierte Ziel digitale Stadtführer erlebbarer zu machen.

Alle Aussagen der Studie beziehen sich vor allem auf den Kultur-Tourismus in europäischen Städten, ebenfalls kulturinteressierte Einheimische werden aber außen vor gelassen. Für die Zielgruppe der möglichen Nutzer eines mobilen Reiseführers gilt also, dass die hier angesprochene Gruppe nur eine Teilmenge ist. Trotzdem sind die in genannter Studie gewonnenen Erkenntnisse ein wichtiger Hinweis auf die Nutzergruppe, insbesondere für den Großteil klassischer, nicht auf ein Thema spezialisierter Reiseführer-Apps.