Visuelle Unterstützung des Konzeptes

Zur Veranschaulichung des schriftlichen Stadtführer-App Konzeptes von Unsichtbares Bremen wurde ein intuitiv bedienbares Tablet PC Interface entwickelt. Auch das auf das Thema abgestimmte Corporate Design und die grafische Konzeption der Multimedia-Funktionen wurden detailliert ausgearbeitet. Die Ergebnisse werden hier in einem Video-Prototypen und einigen Screenshots der App gezeigt.

Animierter-Prototyp des Stadtführers

Der 2:46 Minuten lange mit Adobe After Effects produzierte Video-Prototyp zeigt anhand des vollständigen Routenverlaufs der Stadtführung durch Bremen auch die Funktions- und Bedienweise des Guides, sowie die visuelle Umsetzung aller Funktionen, die im Zuge der Bachelorarbeit konzipiert wurden.

Screenshots der App Unsichtbares Bremen

Die für das grafische Konzept entstandenen Screenshots zeigen die Einheit, die von Thematik, dem Interface-Design und den Funktionen einer App gebildet werden können.


Keyvisual

Das Keyvisual gibt bereits beim Start der Stadtführer App einen Einblick in die Thematik: Bremen früher, heute und in der Zukunft. Einzelne Bauten in Bremens Altstadt werden auf unterschiedliche Weise hervorgehoben und als „zerstört“, „abgebrannt“ oder „vergessen“ markiert. Die Fotomontage aus zwei Bildern unterschiedlicher Epochen aber der gleichen Sicht auf Bremens Altstadt, zeigt den baulichen Wandel in der Stadt.

Die Bremer Altstadt Früher und Heute - Fotomontage für die Stadtführer-App Unsichtbares Bremen

Interface, Karte und Routenverlauf

Ein einfaches Interface-Design mit kurzen Bedienhinweisen, farblich auf das Thema abgestimmt, sorgt für gute Usability. Auch das Kartenmaterial ist an die Gestaltung angepasst. Route und Verlauf der Stadtführung durch Bremen sind auf einer Karte und als Liste auf der rechten Seite des Tablet PCs einsehbar.


Funktion 1: Straßenerkennung

Die Funktion mit dem Namen Straßenerkennung lässt den Nutzer die Bedeutung von historischen Straßennamen herausfinden. Mit der eingebauten Kamera des Tablet PCs oder iPads wird ein Foto des betreffenden Straßenschildes gemacht. Dieses wird von einer Bilderkennungs-Software analysiert. Die entsprechenden Hintergrundinformationen zur Herkunft des Straßennamens werden in Form von Bildern, Text oder kurzen Animationen angezeigt. In diesem Beispiel wird auf die Ostertorstraße in Bremen eingegangen, deren Namen sich von einem mittelalterlichen Stadttor ableitet: dem Ostertor.


Funktion 2: Zeitreise

Für die Zeitreise-Funktion der App sind unterschiedlich aufwändige Ansätze denkbar, welche im schriftlichen Teil der Konzeption detailliert beschrieben werden. Ein Zeitrad am Bildschirmrand ist das Kernstück der digitalen Zeitreise. Durch Drehen des Zeitrades wählt der Nutzer die für ihn gerade interessante Epoche. Der in diesem Stadtführer gezeigte Ansatz nutzt eine Überlagerung historischer Karten der Bremer Altstadt um die Veränderungen in Laufe der Jahrhunderte zu zeigen. Neben den unterschiedlichen Stadtplänen wird immer auch der eigene Standort angezeigt. Ergänzt wird die Zeitreise durch Informations-Punkte auf der Karte, die in Bezug auf das gewählte Jahrhundert in Bremen besonders wichtig oder interessant sind. Auf ähnliche Weise sind natürlich auch aufwändigere Zeitreisen mit 3D Animationen möglich.


Funktion 3: Foto-Slider

Der Foto-Slider ist eine vergleichsweise einfache Möglichkeit Veränderungen an einem Ort darzustellen. Die Wirkung auf den Nutzer der Stadtführer App dafür umso wirkungsvoller. Im Foto-Slider werden zwei Fotos eines Ortes passgenau übereinander gelegt. Dabei zeigt eines der Fotos die Gegenwart, so wie sie der Nutzer auch von seinem gegenwärtigen Standpunkt aus sieht. Das zweite Foto zeigt den jeweiligen Ort aus gleicher Perspektive, so wie er früher aussah oder zukünftig aussehen könnte. Mit einem Schieberegler wechselt der Nutzer zwischen beiden Ansichten. Die Beispiele zeigenden Einsatz des Foto-Sliders unter Anderem an der Domsheide, wo einst eine U-Bahn Linie durch Bremen geplant war, und an der heutigen Weserburg, welche früher Hagensburg hieß und im Krieg zerstört wurde.


Funktion 4: Detail-Bilder

Auch die Detail-Bilder veranschaulichen den historischen Wandel an einem bestimmten Ort. Die Funktion zeigt die aktuelle Ansicht eines Ortes, an dem eine Vielzahl von Veränderungen stattgefunden hat. Durch farbige Kreise markierte Details lassen sich anwählen. Bei den Details kann es sich beispielsweise um einzelne Elemente einer Fassade, ganze Häuser in einem Gebäude Ensemble oder Denkmäler handeln. Nach dem Berühren eines Kreises wird eine kurze Animation gezeigt, die die jeweilige Veränderung zeigt. In der Visualisierung für die App Unsichtbares Bremen wird das Ensemble aus historischen Gebäuden am Bremer Marktplatz gezeigt. Deren Geschichte und die damit erfolgten Veränderungen werden an den Häusern der Raths Apotheke und der Sparkasse am Markt gezeigt.


Funktion 5: Untergrund-Explorer

Der Untergrund Explorer lässt Verborgenes sichtbar werden. Der Nutzer dieser Funktion kann, ganz ohne selber graben zu müssen, tief in den Erdboden oder auch hinter Wände sehen. Hierfür zeigt die Kamera des Tablet PCs auf dessen Display in Echtzeit den aktuellen Untergrund. Außerdem wird via GPS der aktuelle Standort erkannt. Befindet sich der Nutzer über einem Ort von Interesse, so öffnet sich ein virtuelles Fenster in den Untergrund auf dem Display. Bewegungen werden von Kamera und GPS erkannt, der Blick in den Untergrund wandert mit. Diese Mischung aus Augmented Reality und Video-Mapping macht den Blick auf verschüttete, vergessene und unzugängliche Orte möglich. In diesem Beispiel den mittelalterlichen Friedhof unter dem heutigen Liebfrauenkirchhof, mitten im Zentrum Bremens. Dessen Gräber sind unter Kopfsteinpflaster, und manchmal auch dem hier stattfindenden Blumenmarkt, verborgen. Heute erinnert kaum noch etwas an die Herkunft des Namens Liebfrauenkirchhof, der Stadtführer macht ihn jedoch auf sehr spezielle Art und Weise wieder sichtbar.