Was in keiner Stadtführer App fehlen sollte...

Funktionen die zur Grundausstattung eines jeden Stadtführers gehören sind zu einem Teil sogar aus gedruckten Guides bekannt. Viele sind dennoch nützlich oder gar unverzichtbar. Grundsätzlich ist die gute Integration der Standard-Funktionen in das gestalterische Gesamtkonzept wichtig, die diese zu einem wichtigen und dennoch unauffälligen Teil des Guides macht.


Mehrsprachigkeit

Eine im touristischen Bereich häufig wichtige Eigenschaft ist die Mehrsprachigkeit. Ob diese nötig ist hängt besonders von dem behandelten Thema ab. Die Entscheidung über eine Umsetzung in mehreren Sprachen ist vor allem mit redaktionellem Aufwand verbunden. Neben der Übersetzung von Texten müssen gegebenenfalls auch Audio-Inhalte neu gesprochen oder Videos neu synchronisiert werden. Im Fall von Unsichtbares Bremen kann eine Mehrsprachigkeit interessant sein, da es sich um ein Thema handelt welches nicht ausschließlich für Einheimische spannend ist. Eine Option zu Sprachwahl für englischsprachige Nutzer wird in Form einer Flagge direkt auf dem Startbildschirm gegeben.


Tourlänge

Die inhaltliche Konzeption bezieht sich auf eine etwa zweistündige Tour durch die Bremer Innenstadt. Um auch Besuchern mit weniger Zeit eine Nutzung schmackhaft zu machen wird auf dem Startbildschirm die Option für eine nur einstündige Führung angeboten. Der Redaktionelle Aufwand wird hierdurch nicht erhöht, der technische Aufwand für das Anlegen einer zweiten, kürzeren Route ist gering. Der Nutzen kann für den jeweiligen Besucher jedoch hoch sein, da ihm die Entscheidung bestimmte Punkte aus eigenem Antrieb auszulassen abgenommen wird. Die Angabe einer Zeiteinschätzung für die jeweiligen Touren ist zudem für die individuelle Planung von Nutzen.


Hilfe

Da ein digitaler Stadtführer von Menschen mit ganz unterschiedlicher Erfahrung in der Bedienung von Tablet PCs bzw. Geräten mit Touchscreen genutzt wird ist eine einfache und gute Hilfe-Funktion von hoher Wichtigkeit. Die im Kapitel Interface beschriebenen Bedienhinweise werden auf zweierlei Arten aufgerufen. Zum einen erscheinen sie als automatische Hinweise, sobald ein Nutzer einen neuen Bereich der App oder eine neue Funktion aufruft. Wird eine Funktion an mehreren Orten angewendet erscheint der Bedienhinweis nicht noch einmal. Zum erneuten Aufrufen der Hinweise wird der Hilfe-Button genutzt.

Die Integration einer Hilfe-Funktionalität bedeutet nur einen geringen Aufwand, kann für technisch weniger versierte Nutzer aber sehr wichtig sein.


Informationen

Innerhalb digitaler Städteführer werden Informationen zumeist ist Form langer Texte, von Bildern, und seltener Videos oder Audioinhalten vermittelt. Komplett verzichtet werden kann auf keine der herkömmlichen Informationsformen, daher ist die durchdachte Integration in Konzept und Gestaltung hier besonders wichtig.

Unabhängig von der mit einem Ort zusammenhängenden Funktion, und den bereits durch sie gewonnen Informationen, werden zusätzliche Inhalte zur Verfügung gestellt. Zum einen in Form eines kurzen Textes über den jeweiligen Ort, welcher über das Informations-Panel einblendbar ist. Darin enthalten sein können auch Videos oder Bilder. Alle in den Panels enthaltenen Informationen sind als weiterführende Inhalte für Nutzer mit einem großen Interesse am jeweiligen Ort zu sehen. Sie sind zum Verstehen des jeweiligen Ortes jedoch nicht nötig. Zum anderen besitzt jede Funktion eine Audiofunktionalität, welche separat beschrieben wird.

Informations-Panel zum mittelalterlichen Ostertor
Informations-Panel zum mittelalterlichen Ostertor 1 (ein Stadttor der Bremer Altstadt)

Orte, die nicht auf der Route liegen, sind in der Regel weniger wichtig oder zu weit von der gelaufenen Route entfernt. Hier werden die in Kapitel Karten & Orte beschrieben Sprechblasen verwendet, welche einen geringen gestalterischen und redaktionellen Aufwand bedeuten. Sie bieten Platz für einen kurzen Text, Bild und Video, in Kombination mit einer Audiofunktionalität. Der Fokus liegt bei diesen Orten auf dem Bieten knapper Zusatzinformation.

Aufgrund des immer ähnlichen Aufbaus der Panels und Sprechblasen lässt sich beides, mit wenigen Templates zur unterschiedlichen Positionierung von Bildern und Videos, über das Datenbanksystem von eMuse befüllen. Dass hierzu zuvor Anpassungen an der Datenbank vorgenommen werden müssen kann an dieser Stelle jedoch nicht ausgeschlossen werden.


Audiofunktionalität

Ein Verzicht auf Audioguide-ähnliche Funktionen ist kaum denkbar, da auf das Lesen von Texten weitestgehend verzichtet werden soll. Audioinhalte sind daher ein wichtiger informativer Bestandteil jeder Funktion – neben den Orten auf der Route schließt dies auch die zusätzlichen Informationspunkte ein, da besonders diese eher textlastig sind. Audioinhalte können jeweils über einen Button mit einem Lautsprechersymbol abgespielt werden.

Möglich ist in vielen Fällen auch der Einsatz thematischer Geräuschkulissen. Sie sind eine zusätzliche Unterstützung, die Informationen plastischer darstellt und erlebbarer macht. Wird beispielsweise die statische Zeichnung des brennenden hölzernen Rolands gezeigt, macht die Geräuschkulisse knisternden Feuers und die aufgeregten Rufe von Menschen das Gesamtbild lebendiger 2. Die Produktion entsprechender Audioinhalte ist zwar aufwändig, kann jedoch einfacher als das Erstellen einer kompletten Animation sein.

Audioinhalte können zudem die Bedienhinweise durch eine parallel vorgelesene Anleitung unterstützen und weiter vereinfachen. Insgesamt fordert die Produktion von Audioinhalten einen nicht zu unterschätzenden Aufwand. Bei einer Mehrsprachigkeit vervielfacht dieser sich gar. Dennoch ist diese Funktionalität kaum umgänglich, wenn es darum geht die zu lesenden Texte zu reduzieren.


Karten

Die mit der Verwendung des Kartenmaterials zusammenhängenden Aspekte wie Navigation, Routen oder der eigene Standpunkt wurden bereits in Kapitel Karten & Orte ausführlich beschrieben. Eine zusätzlich denkbare Funktionalität sind eigene Routen. Diese bietet eMuse bis dato nicht an, ist aber auch in diesem Konzept nicht vorgesehen. Die Funktion könnte sich jedoch im Fall umfangreicherer Themengebiete als nützlich erweisen.


Benachrichtigungen

Eine bereits in eMuse implementierte Funktion ist das Benachrichtigen über das Erreichen eines Ortes. Die Ankunft des Nutzers an einem Punkt auf der Route kann auf ganz unterschiedliche Arten signalisiert werden. Der aktuelle Ort ist jederzeit innerhalb des Routen-Panels sichtbar, somit auch ein neu erreichter Punkt. Die meisten Nutzer werden das Display ihres Gerätes allerdings nicht während der kompletten Tour im Blick haben. Daher sind neben einem optischen Hinweis zusätzliche Benachrichtigungsformen sinnvoll.

Eine dezente aber gut wahrnehmbare Variante ist eine Art Vibrationsalarm. Leider bieten nicht alle Tablet PCs eine entsprechende Funktion an. Als dritte Benachrichtigungsform bleibt ein kurzes Audiosignal oder der gesprochene Hinweis, dass das nächste Ziel erreicht wurde. Diese lässt sich direkt mit der Hilfe-Funktionalität verbinden, indem eine zusätzliche Anweisung gegeben wird, was als nächstes zu tun ist.