Gestalterische Anpassung von Stadtführer Apps

Möglichkeiten in der gestalterischen Anpassung gibt es viele. Hier sollen nur einige für die spätere Ausarbeitung des themenbasierten Guides wichtige Punkte in Kürze beschrieben werden.


Interface

Das Interface einer mobilen Anwendung beinhaltet, neben dem Aufbau und der Positionierung von Bedienelementen, im weiteren Sinne auch einen Großteil der Gestaltung. Mittels Farb- und Strukturwahl, Zeichen und Symbolen kann ein Interface dem Guide sein Gesicht geben und gleichzeitig dabei helfen das Programm leichter oder gar intuitiv zu nutzen.

Auf Smartphones ist das an die Thematik angepasste Design der Interfaces besonders wichtig, da auf den kleinen Displays häufig wenig Platz für andere Gestaltungselemente bleibt. Aber auch Tablet PCs profitieren von durchdacht gestalteten Bedienelementen. Durchdacht meint, dass trotz vielfältiger Gestaltungsmöglichkeiten immer auch beachtet werden muss, dass Nutzer technischer Geräte eine bestimmte Bedienweise gelernt haben. Für den Nutzer kann es ein großes Ärgernis sein, wenn eine einzelne App sich allen gelernten Formen der Bedienung entgegenstellt und neue Verhaltensweisen fordert. Ausnahmen können beispielsweise die Bedienung besonderer Funktionen sein, welche neuartige Formen der Interaktivität erfordert. Innerhalb eines Stadtführers sollte das jeweilige Interface konsistent sein, also keine große Veränderung erfahren um somit eine flüssige Bedienbarkeit zu gewährleisten.

Wichtig ist zu berücksichtigen, dass die Bedienung eines Smartphones oder Tablet PCs mit dem Finger geschieht und damit keinesfalls so zielgenau möglich ist wie die Bedienung einer Website mit der Maus am Computer. Gestaltung und Aufbau sollten auch für Menschen verständlich sein, die noch nie ein Smartphone oder einen Tablet PC in der Hand hatten. Hierzu können zum Teil automatische Bedienhinweise nützlich sein. Wie genau ein Interface aufgebaut sein sollte kann hier im Detail allerdings nicht beschrieben werden, da dies den Rahmen der Arbeit sprengen würde.


Schriften

Schriften scheinen auf den ersten Blick eher zweitrangig zu sein, können einen Guide, ähnlich wie Farben und Formen, aber in einem bestimmten Stil bestärken.

Erwähnenswert ist hier, dass der noch vor kurzer Zeit geltende Grundsatz im Screen-Design keine Serifen-Schriften zu nutzen, spätestens seit Einführung der Retina-Displays 1 auf Apples iPad 3 nicht mehr gelten muss. Die immer höhere Auflösung verbauter Displays in Tablet PCs und Smartphones ermöglicht es auch feine Serifen problemlos scharf darzustellen. Der gestalterische Spielraum ist damit größer geworden ist.

Retina Auflösung Vergleich: iPad 2 vs. iPad 3
Retina-Display-Auflösung: iPad 2 vs. iPad 3 1

Karten

Besondere Erwähnung sollen hier die in mobilen Stadtführern verwendeten Karten finden, die als eigenes Gestaltungselement in den meisten Stadtführern bis dato weitestgehend unberührt geblieben sind. Ausnahmen zeigen aber, dass es jenseits des Standard-Designs von Google Maps vielfältige Möglichkeiten gibt, Karten besser zu integrieren. Komplett individuell gestaltete Karten gehen mit einem hohen Aufwand in der Erstellung einher. Dieser lohnt sich dennoch, wenn es sich beispielsweise nur um den Ausschnitt einer kompakten Altstadt handelt. Der Vorteil liegt nicht nur in der Anpassung der Farben an die Interfaces. Es ist auf einfache Weise auch möglich wichtige Straßenzüge hervorzuheben, Gebäude grafisch darzustellen oder für die Route unwichtige Punkte komplett wegzulassen und die Karte damit übersichtlicher zu machen. Eigene Karten sind jedoch unter anderem auch deshalb aufwändig, weil andernorts bereits bestehende Funktionen gegebenenfalls erst einmal nachgebildet werden müssen.

Eine interessante Möglichkeit Karten zu individualisieren, ohne diese nachzeichnen zu müssen, bietet der Einsatz von MapBox 2, ein auf den Daten von OpenStreetMap 3 basierender Service zur Individualisierung von Karten. Mittels weniger Handgriffe lassen sich Karten hier in Farbe und Detailgenauigkeit den eigenen Wünschen entsprechend anpassen.

Farben und Karten-Details mit MapBox anpassen

Großes Manko der Nutzung von MapBox ist der zur Zeit nur für Apples iOS bestehende Offline-Support. Nutzer von Googles Android Betriebssystem müssen über eine Internetverbindung verfügen um die individualisierten Karten von MapBox sehen zu können. Da sich die Offline-Funktionalität auf das Speichern einzelner Karten-Kacheln im Cache des mobilen Gerätes beschränkt, ist es aber auch unter iOS nicht möglich 4 ganze Kartenausschnitte bereits zusammen mit dem Guide auszuliefern.

Trotzdem kann MapBox unter Umständen eine gut individualisierbare Alternative zu Google Maps oder eigenen Karten sein.