Ein visueller Vergleich: Bremen früher, heute und in der Zukunft

Beschreibung der Funktion

Um unsichtbare Elemente im Stadtbild sichtbar zu machen ist so manches Mal ein genaues Hinsehen nötig. Den gegenwärtigen und einen nicht sichtbaren Zustand möglichst genau vergleichen zu können hat der Foto-Slider zum Ziel.

Wie ihr Name schon sagt verwendet die Funktion Fotos, und zwar in der Form, dass zwei Ansichten eines Ortes miteinander vergleichbar gemacht werden. Hierzu wird zunächst ein Bild einer vergangenen, zukünftigen oder imaginären Ansicht des jeweiligen Ortes herangezogen und aus selbiger Perspektive ein Foto der Gegenwärtigen Ansicht gemacht. Beide Fotos werden innerhalb der App passgenau übereinandergelegt. Anhand eines Schiebereglers, welcher einen vertikalen Schnitt zwischen beiden Bildern darstellt, kann der Nutzer zwischen beiden Ansichten wechseln, indem er den Regler nach links oder rechts zieht. Diese Aktion macht den sichtbaren Bereich jeweils eines Bildes großer, den des anderen kleiner. Schnittkante beider Bilder ist jeweils der Schieberegler. Genau an dieser Kante wird der Wandel im Detail am deutlichsten.


Thematischer Einsatz und Bezug

In dieser Funktion werden Details des Wandels besonders leicht sichtbar, ohne jedoch explizit auf diese hinweisen zu müssen. Auch ganze Gebäude können mit dem bloßen Verschieben des Reglers auf einfache Weise sichtbar gemacht werden. Eingesetzt kann der Foto-Slider daher an nahezu jedem Ort werden, an dem ein Wandel stattgefunden hat oder noch stattfinden wird – verfügbares Bildmaterial vorausgesetzt.


Gestalterische Umsetzung

Die gestalterische Umsetzung des Foto-Sliders ist besonders einfach gehalten – der Vergleich der unterschiedlichen Ansichten steht damit im Mittelpunkt. Theoretisch ist es nicht nötig den gegenwärtigen Zustand zu zeigen, denn diesen sieht der Nutzer von seinem Standpunkt aus auch ohne eine entsprechende Fotografie auf dem Display. Entscheidender Vorteil der Nutzung von zwei Fotos und einem Schieberegler als zentrales Bedienelement ist, dass der Blick des Nutzers nicht zwischen Realität und Display wechseln muss. Dies macht die Unterschiede einfacher sichtbar.

Für eine beispielhafte Umsetzung wurden drei Orte gewählt, die für einen jeweils unterschiedlichen Wandel stehen. Ein Foto-Slider zeigt im Detail die Unterschiede zwischen der Weserburg (früher Hagensburg) vor ihrer Zerstörung im 2. Weltkrieg und heute.

Eine zweite Darstellung zeigt die nie realisierte Planung der U-Bahn mit einer Station an der Domsheide. Zugleich wird hier ein Blick in den Untergrund gegeben, der selbst im Falle einer erfolgten Umsetzung so nie möglich gewesen wäre.

Die dritte Umsetzung zeigt den zukünftigen Wandel, wie er für das Gebäude der Volksbank an der Domsheide beschlossen ist.


Informativer Nutzen

Der Foto-Slider ist vor allem als eine visuelle Unterstützung konzipiert. Oft wird der Wandel an einem Ort in Reiseführern zwar ausführlich beschrieben und mit Bildern visualisiert. Der Foto-Slider macht die über die Audio-Funktion zur Verfügung gestellten und beschriebenen Informationen allerdings unmittelbar sichtbar und sehr viel leichter verständlich.


Reale Umgebung & Erleben

Die reale Umgebung spielt innerhalb dieser Funktion eine vergleichsweise geringe Rolle. Dennoch verhilft der Foto-Slider dazu, mit einem Mindestmaß an eigener Interaktion, Veränderungen besser vorstellbar zu machen. Die Kontrolle, welche dem Nutzer durch das Verschieben des Reglers gegeben wird, ist zugleich wichtigstes Alleinstellungsmerkmal dieser Funktion gegenüber einer selbst ablaufenden Animation, welche denselben Effekt zeigen könnte.

Der Nutzer erhält Selbstbestimmung darüber, welche Teile der Ansicht er genauer miteinander vergleichen möchte.


Aufwand

Der redaktionelle Aufwand beschränkt sich auf die Audio-Funktionalität und einen kurzen Text, der Aufwand je Einsatzort ist daher gering.

Gestalterisch ist neben dem Fotografieren einer aktuellen Ansicht praktisch kein Aufwand erforderlich. Zusätzlicher Aufwand kann hier jedoch entstehen, wenn der Foto-Slider an einem Ort eingesetzt wird, an dem auch gegenwärtig ein Wandel stattfindet. In diesem Fall muss die Fotografie der aktuellen Ansicht gegebenenfalls häufiger gewechselt werden.

Auch die technische Umsetzung fordert neben dem stufenlosen Ein- und Ausblenden eines Bildbereiches keine Neuerungen und ist daher als einfach zu bezeichnen.

Die schnelle Umsetzbarkeit und die hohe Anschaulichkeit im Kontext der Thematik machen den Foto-Slider zu einer Funktion, die auch an entlegenen Orten, welche nicht auf der Route liegen, häufiger eingesetzt werden kann, ohne dass ein großer Mehraufwand entsteht.


Portierbarkeit

Anwendbar ist der Foto-Slider überall dort wo eine Veränderung sichtbar gemacht werden soll. Dies muss nicht ausschließlich auf die Veränderung im Stadtbild bezogen werden.

Ein völlig anderer Einsatzort ist beispielsweise ein Kunstmuseum, welches mit Hilfe des Foto-Sliders ein übermaltes Bild unter einer aktuellen Ansicht sichtbar macht. Genauso ist der Wechsel zwischen einem Original und einer Fälschung oder einem Gemälde vor und nach seiner Restaurierung denkbar.


Video-Prototyp des Foto-Sliders

Wie der Foto-Slider funktioniert wird in diesem Video an gleich drei Beispielen aus der neueren Stadtgeschichte Bremens anschaulich gemacht, der Hagensburg bzw. Weserburg, der nie realisierten Bremer U-Bahn und einem geplanten Neubau an der Domsheide.

Vergleich früherer, heutiger und geplanter Bauten