Ein System, vielfältige Möglichkeiten

eMuse ist ein mobiles Informationssystem, welches in Kooperation zwischen der GfG / Gruppe für Gestaltung GmbH 1 und dem M2C, Institut für angewandte Medienforschung 3, betrieben wird. eMuse gibt nach eigenen Angaben Menschen die Möglichkeit, Ausstellungen, Museen und den öffentlichen Raum mobil zu erleben 3.

eMuse ist dabei kein System, welches unter eigenen Namen mobile Stadt- oder Reiseführer anbietet. Die Anwendung wird vielmehr Museen oder Tourismusagenturen kostenpflichtig zur Verfügung gestellt, und kann deren individuellen Bedürfnissen angepasst werden. So sind neben einfachen Audioguide-Funktionalitäten auch ganze Stadtführungen möglich.

Mit eMuse umgesetzte Apps können den Benutzern vor Ort über Leihgeräte oder auch zum Download in den jeweiligen App-Stores zur Verfügung gestellt werden.


Inhalte

Das System eMuse selber bietet keinerlei Inhalte und muss individuell durch den jeweiligen Kunden befüllt werden. Dazu bietet es neben den Benutzerclients für Googles Android und Apples iOS Betriebssystem auch ein Content Management System (CMS) 4 zur Verwaltung sämtlicher Inhalte.

Somit ist eMuse von Haus aus für individuelle Führungen im Museums- oder Stadtbereich konzipiert, nicht aber als ein Stadtführer, der Wert auf die vollständige Auflistung von Sehenswürdigkeiten und Serviceangeboten einer Stadt legt. Dies zu realisieren wäre nur mit hohem redaktionellem Aufwand bzw. durch das Implementieren von Schnittstellen zu entsprechenden Verzeichnissen möglich.

Möglich sind zur Zeit neben Texten und Bildern auch Audio- und Video-Inhalte. Alle Daten werden bei eMuse schon vor der ersten Nutzung komplett heruntergeladen.


Funktionsumfang

Die Stärke von eMuse liegt in der Möglichkeit die Clients individuell an Themen und Einsatzorte anzupassen. Dies schließt neben den Inhalten und der Gestaltung auch seinen Funktionsumfang ein. Neben herkömmlichen Audioguide- und Multimedia-Funktionalitäten werden auch individualisierte Übersichtspläne, die GPS gestützte Navigation und Rundgänge geboten. Eine auf der Internetseite erwähnte Chat-Funktion 5 ist derzeit noch nicht umgesetzt.

Es ist zudem möglich eMuse durch bisher nicht angebotene, neue Funktionen zu erweitern. Dies bedeutet, je nach Art der Erweiterung, selbstverständlich einen unter Umständen sehr viel höheren Entwicklungs-Aufwand als das bloße Verwenden und Anpassung der vorhandenen Funktionen.


Interface und Design

Die Interfaces von eMuse sind individuell dem jeweiligen Thema oder Kunden anpassbar; Schriften, Farben und Hintergründe lassen sich sehr einfach wechseln, umfangreichere Änderungen an der Struktur sind mit erhöhtem Aufwand verbunden, aber ebenfalls möglich. Damit ist sichergestellt, dass besondere Themenschwerpunkte in jedem Fall auch visuell hervorgehoben werden können.


Einsatz auf Tablet PCs

Eine speziell auf Tablet PCs angepasste Version von eMuse gibt es bislang weder für Apples iOS noch für Googles Android Betriebssystem. Der gestalterische Entwurf einer möglichen Umsetzung für Tablet PCs ist eines der im Verlauf dieser Arbeit angestrebten Ziele.


Kurzvergleich mit anderen mobilen Reiseführern

eMuse lässt sich auf zwei unterschiedlichen Ebenen mit den zuvor beschriebenen Stadtführern vergleichen, aus Nutzer- und Kunden-Sicht.

Aus der Sicht des Benutzers lässt eMuse zur Zeit keine erkennbaren Mehrwerte gegenüber anderen Systemen erkennen. Da eMuse zunächst keine eigenen Inhalte bietet und an den jeweiligen Themenschwerpunkt anpassbar ist, ist ein Vergleich der inhaltlichen Konzeption nicht möglich. Der Funktionsumfang entspricht mit der möglichen Einbindung von Multimedia-Inhalten, gängigen Navigationsfunktionen, eigenen Karten und vordefinierten Routen weitestgehend dem der zuvor vorgestellten Guides, Funktionen die ein Alleinstellungsmerkmal darstellen.

Aus der Sicht der Kunden sind zwei Eigenschaften von eMuse hervorzuheben: Zum einen lässt sich die einmal an die Gegebenheiten des Einsatzortes angepasste App inhaltlich bequem über ein CMS administrieren, zum anderen stehen Funktionen zur Auswertung des Nutzerverhaltens zur Verfügung. Die Möglichkeit Inhalte selber pflegen zu können ist vor allem in einem Umfeld, in dem es häufig wechselnde Ausstellungen oder sonstige Änderungen gibt von großem Nutzen. Ob andere in den Vergleich eingeflossene Stadtführer ähnliche Funktionen bieten kann an dieser Stelle nicht beurteil werden, da diese nicht als für andere Kunden offene Systeme angeboten werden.