Der Einfluss der Gestaltung in mobilen Stadtführern

Die Gestaltung eines mobilen Guides hat anfänglich eine ähnliche Wirkung wie die Wahl des Titels. Darunter fallen unter anderem die Wahl von Schriften und Farben, Strukturen und Hintergrundbildern, die Anordnung der Inhalte sowie die Gestaltung von Bedienelementen. Ein auf den ersten Blick ansprechendes Interface 1 kann, noch völlig unabhängig von der wirklichen Qualität der Inhalte, den Eindruck eines hochwertigen Stadtführers vermitteln und so maßgeblich die Entscheidung darüber beeinflussen, ob der Guide den individuellen Ansprüchen genügt.

Die Gestaltung hat nicht nur Einfluss darauf, ob die App heruntergeladen wird, sie kann darüber hinaus auch darüber entscheiden wie glaubhaft die Inhalte im Verlauf der Nutzung erscheinen oder wie wohl sich ein Nutzer bei der Nutzung des Stadtführers fühlt. Das Design ist also ein Faktor der auch Gefühle beeinflussen kann 2. Ein nachlässig gestalteter Guide suggeriert ungewollt, dass auch sein Inhalt schlecht recherchiert sein könnte.

Wichtig ist, dass das Design nicht über die Bedienbarkeit gestellt wird. In der Analyse bestehender Guides zeigt das Beispiel Rick Steves’ Historic Paris Walk deutlich wie sehr ein gutes Design anfänglich über Mängel in der Bedienung hinwegtäuschen kann: Der liebevoll gestalteten und der Thematik angepassten Kartenfunktion fehlen essentielle Funktionen wie die Bestimmung der eigenen Position oder die Routenberechnung. Dieser Mangel fällt erst während der Nutzung auf, verhindert dann aber schnell, dass der zunächst gute Eindruck Bestand hat.